Güímar - Rätselhafte Pyramiden

 
 

Güímar liegt an der Südostküste Teneriffas und ist hauptsächlich wegen des Pyramidenparkes, den Thor Heyerdal hier ins Leben gerufen hat, für Touristen interessant. Eine weitere aber weniger bekannte Besonderheit, wegen der es sich lohnt Güímar zu besuchen, ist der Naturpark Malpaís de Güímar. Das Naturschutzgebiet vereint dunkle Lavafelder vor der Kulisse des Atlantiks mit einmaliger Vegetation, die im Frühjahr in voller Blüte erscheint.

Der Ortskern von Güímar ist wenig attraktiv, einzig der sonntägliche Gemüsemarkt vor der Klosterkirche zieht auch Menschen von auswärts an. Dafür aber lockt der Hafen, der liebevoll Puertito de Güímar genannt wird, mit einer Hafenpromenade und einfachen Fischlokalen.

Wer etwas vom alten Teneriffa spüren möchte, fährt Güímar über die Landstraße TF-28 an, diese verläuft weit oberhalb der Küste und der Autobahn und verbindet die Ortschaften Granadilla, Arico, Fasnia, Güímar und Candelaria. Auf der kurvigen Straße hat man tolle Ausblicke und erlebt ein Stück ländliches Teneriffa. kurz vor Güímar bietet der Aussichtspunkt Mirador de Don Martín einen schönen Blick auf des Tal von Güímar.

Das Tal von Güímar ist die südliche Schwester des Orotavatals. Beide Täler sind durch Erdrutsch entstanden und liegen sich genau gegenüber, getrennt durch den Höhenzug Cordillera Dorsal. Das Tal von Güímar ist ebenfalls landwirtschaftlich geprägt, es werden Tomaten, Kartoffeln, Bananen, Blumen, Avocados und Wein angebaut. Ein großer internationl exportierender Kakteenzüchter ist hier angesiedelt.

Die Pyramiden von Güímar

Auf dem Gelände des Völkerkundemuseums von Güímar sind sechs Stufenpyramiden zu besichtigen, die bis zu zwölf  Meter hoch sind. Der norwegische Anthropologe und Abenteurer Thor Heyerdahl wurde Anfang der 1990er Jahre auf diese Pyramiden aufmerksam, die von den Einheimischen als von Bauern aufgeschüttete Steinhaufen deklariert worden waren. Heyerdahl eröffnete 1998 auf dem Gelände den Parque Ethnográfico Pirámides de Güímar, der über die Geschichte der Stufenpyramiden sowohl in Mesopotanien als auch in Südamerika aufklärt und Parallelen zu den Pyramiden von Güímar aufzeigt.

Außerdem gibt es eine ständige Ausstellung von Modellen der Binsenboote mit denen Heyerdal die Weltmeere befuhr und ein modernes Auditorium, in dem ein Film über Thor Heyerdal und seine Forschungen gezeigt wird. Das Museum ist größten Teils ein Freilichtmuseum, das mit einheimischen und tropischen Pflanzen parkähnlich angelegt ist und indem man die Pyramiden von allen Seiten begutachten kann. Im Sommer ist das Gelände wegen des geringen Niederschlags recht trocken, doch während der Wintermonate grünt es üppig. Ein Café lädt zum Verweilen ein und auch ein Souvenirshop fehlt nicht.

Ein besonderer Anlass den Pyramidenpark von Güímar zu besuchen ist der 21. Juni zur Sommersonnwende. An diesem Tag kann man hier gegen 20 Uhr einen doppelten Sonnenuntergang erleben.

Öffnungszeiten: täglich 9:30-18:00 Uhr (außer 25. Dezember und 1. Januar)
Anfahrt: Autobahnausfahrt Güímar, in den Ort hineinfahren und der Beschilderung folgen.

Tourismus und Strände in Güímar

Der Tourismus spielt eine geringere Rolle in Güímar, aber es gibt auch hier Ferienwohnungen und Ferienhäuser sowie Fincas die Ferienunterkünfte anbieten.

Der Ortsteil an der Küste, Puertito de Güímar (der kleine Hafen von Güímar), wartet mit einer Promenade und einfachen aber guten Fischrestaurants und einem kleinen Strand auf. Nur 300 Meter weiter südlich gibt es an der Calle de las Palmeras einen weiteren etwa 500 Meter langen Strand mit schwarzem Sand, die Playa Nueva, die durch Wellenbrecher geschützt ist und somit Schwimmen in ruhigem Wasser ermöglicht. Gleich daneben befindet sich der Sporthafen Club Nautico und der Kiesstrand  Playa Las Lajas, der vor allem in den Sommermonaten von Einheimischen mit Zelten und Wohnmobilen belebt wird.

In der anderen Richtung von El Puertito beginnt das Naturschutzgebiet Malpaís de Güímar, das zwischen dem Küstenort und dem Industriegebiet von Güímar liegt und durch den Einsatz von Naturschützern vor der Bebauung gerettet wurde. Am Ende des Küstenweges durch das Malpaís erreicht man nach 3,5 Kilometern den Kiesstrand El Socorro von Güímar. Mit dem Auto kann man ihn über das Industriegebiet erreichen. 

Malpaís de Güímar

Das Malpaís de Güímar ist ein Naturschutzgebiet, das vor allem für Botaniker und Pflanzenliebhaber aber auch für Freunde außergewöhnlicher Landschaften und für Vulkanbegeisterte interessant ist. Am Fuße des 276 Meter hohen Vulkankegels Montaña Grande, mit einem Krater von 300 Metern Durchmesser, erstreckt sich eine ursprüngliche Vulkanlandschaft, die Malpaís, schlechtes Land oder schlechter Boden, genannt wird. Ein Teppich aus dunkler Lava, die einstmals hier ins Meer floss, und die sich von ihr abhebende Vegetation aus endemischen Pflanzen überzieht den Küstenstreifen.

Die Aussicht reicht fast bis Santa Cruz in die eine Richtung und weit hinunter in den Süden Teneriffas in der anderen Richtung. Ein ausgeschilderter Wanderweg führt durch diese einmalige Landschaft hindurch, die im Frühjahr zur vollen Blüte kommt.


Güímar liegt an der Südostküste Teneriffas im Tal von Güímar, das das Pendant zum Orotavatal auf der Nordseite der Insel darstellt. Die Gegend ist landwirtschaftlich geprägt und an der Küste befindet sich das Naturschutzgebiet Malpaís de Güímar, das vor allem im Frühjahr wegen der Fülle der Vegetation äußerst sehenswert ist.
 

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