Arico liegt an der Südostküste der Insel Teneriffa und ist flächenmäßig nach La Orotava die zweitgrößte Gemeinde Teneriffas, hat mit nur 7800 Einwohnern aber eine sehr geringe Bevölkerungsdichte.  | | Arico Nuevo ist eines der drei Aricos, die sich an der malerischen Landstraße TF-28 aneinander reihen. |
Arico ist eine der verkannten Gemeinden auf Teneriffa, sie spielt bisher für den Tourismus kaum eine Rolle, hat aber mehr zu bieten, als es auf den ersten Blick scheint. Kleine einfache Fischerorte an der Küste, tiefe Schluchten zum Klettern und Wandern, Kiefernwald in den Höhenlagen und kleine verträumte Ortschaften warten darauf entdeckt zu werden.
Sanfter Tourismus in Arico
Seit 2004 hat die Gemeinde Arico einige Anstrengungen unternommen den ländlichen Tourismus, turismo rural, zu fördern. So wurden geführte Themenwanderungen wie die Honigroute (Ruta de la Miel) und die Steinroute (Ruta de la Piedra) angeboten, um die Schönheiten der Gemeinde bekannt zu machen. In Arico hat der Landtourismus inzwischen Fuß gefasst und es werden Individual-Unterkünfte wie Fincawohnungen und Fincas angeboten. Sowohl an der Küste zum Beispiel in der einfachen Bungalowsiedlung Abades oder in Poris de Abona als auch in den höher gelegenen Ortsteilen wie Arico Nuevo werden Ferienhäuser und Ferienwohnungen vermietet. Große Touristenzentren gibt es in Arico nicht, dafür aber viel Landschaft und die Möglichkeit abseits des Massentourismus ein Stück einmaliges und wenig bekanntes Teneriffa zu erleben.
Das Gemeindegebiet von Arico erstreckt sich von der Küste bis auf eine Höhe von 2500 Metern und ein großer Teil des Gemeindegebiets gehört zum Naturpark Corona Forestal, einem Kiefernwaldgürtel, der sich unterhalb des Teide-Nationalparks rund um die Insel Teneriffa erstreckt. Hier gibt es herrliche Wanderwege, die allerdings große Höhenunterschiede aufweisen. Für Kletterer ist die Gemeinde Arico ein wahres Eldorado. Es sind über 500 Kletterrouten an 15 verschiedenen Orten verzeichnet.
Arico ist dreigeteilt
So zerstreut die vielen kleinen Ortsteile von Arico über das Gemeindegebiet sind, so zerstreut ist selbst der Hauptort Arico, dessen drei Ortsteile sich auf einer Höhe zwischen 300 und 500 Meter über dem Meeresspiegel befinden. Das älteste Arico ist Villa de Arico. Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts entstanden hier die ersten Gebäude und die Kirche von Arico, die Eremita de San Juan Bautista. Neben der Kirche befindet sich die Plaza und das Rathaus der Gemeinde. Etwas später im 17. Jahrhundert entstand der Ortsteil Arico Viejo und im darauffolgenden Jahrhundert Arico Nuevo, das zwischen den beiden älteren Ortsteilen liegt. Arico Nuevo ist unbestritten der schönste der drei Aricos. Weiß getünchte kanarische Häuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert mit bunten Fensterläden und Türen und nur ein bis zwei Stockwerken bilden einen sehr hübschen homogenen Ort, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Hier ist nichts los, dafür kann man auf der Plaza die Ruhe im Schatten großer Bäume genießen.
Alle drei Ortsteile liegen an der malerischen, kurvenreichen Landstraße TF-28, die vor dem Bau der Autobahn den Süden Teneriffas mit Santa Cruz verband.
Klima und Landwirtschaft
Das Klima in Arico ist gekennzeichnet von hohen Temperaturen, wenig Regen und viel Wind. Vor allem an der Küste ist zeigt sich die Landschaft im Sommer sehr trocken. Nur in den höheren Lagen von Arico ist Anbau ohne Bewässerung möglich, doch die meisten Terrassenfelder hier oben sind heute unbewirtschaftet. Die mittleren Höhenlagen wurden immer schon mit Bewässerung bewirtschaftet, heute herrscht hier hauptsächlich der Anbau von Wein vor. In der Bodega der Kooperative Arico Cumbres de Abona kann man die Weine des Landkreises Abona kosten und kaufen. Außerdem hat die Käserei von Arico, in der Käse aus Ziegenmilch hergestellt wird einen guten Namen. Dank der Windverhältnisse in Arico sind hier Windkraftanlagen entstanden.
Die Küstenorte und Strände von Arico
An der 20 Kilometer langen Küste von Arico liegen hübsche Dörfer mit naturbelassenen Sand- und Kiesstränden sowie Felsbuchten, die hauptsächlich von Einheimischen genutzt werden.
Poris de Abona Bei Langzeiturlaubern und Überwinterern ist Poris de Abona beliebt. Die Bungalowsiedlung Casablanca in Poris de Abona ist fest in deutscher Hand. Unweit der Plaza von Poris de Abona liegen der geschützte Kiesstrand und der Fischerhafen, der über eine traditionsreiche Geschichte verfügt. In der Zeit als die Küstenschifffahrt die schnellste Verbindung zwischen den Orten der Insel Teneriffa und den anderen Inseln war, hatte der Hafen von Poris große Bedeutung.
La Punta de Abona Fährt man vom Poris de Abona weiter in Richtung Leuchtturm erreicht man den meist windigen Sandstrand Playa Grande des Ortsteils Punta de Abona. Dieser Strand mit hellem Sand fällt nur flach ab und man kann weit ins Wasser hineingehen, die Wellen sind meißt moderat. Der kleine Ortsteil Punta de Abona besteht aus wenigen Häusern und der Kirche Nuestra Senora de las Mercedes. Dahinter beginnt ein Küstenabschnitt mit wilder Lavaküste, hier kann man sich in kleinen natürlichen Pools erfrischen oder kleine Krebse und Fische beobachten. Ein Fußweg führt bis zum Leuchturm und weiter bis zum Nachbarort Abades.
Abades Abades ist eine einfache Feriensiedlung in der viele Canarios aus dem Norden ihren Wochenendsitz haben, aber auch Deutsche Rentner haben sich hier niedergelassen. In unmittelbarer Nähe des Sandstrandes Playa de los Abrigos gibt es einige Cafés und Bars mit Blick zum Meer und teilweise deutschem Angebot. Dieser Strand ist der meistfrequentierte Strand der Gemeinde Arico, vor allem im Sommer tummeln sich hier viele einheimische Touristen.
Tajao Ein Geheimtipp für alle die gerne Fisch essen, ist Tajao, eigentlich San Miguel de Tajao. Der kleine Fischerort hat einen stattlichen Fischerhafen und viele Fischrestaurants, die alle ausnahmslos gute Fischgerichte anbieten. Tajao ist ein einfacher Ort mit noch typisch kanarischem Flair. Hier lockt einem keiner von der Straße ins Lokal. Im Gegenteil am Wochenende muss man froh sein, noch einen Platz zu bekommen.
Die dicht beieinander gelegenen Ortsteile La Jaca und Las Listadas liegen zwischen Abades und Tajao. Die kleinen Ansiedlungen liegen direkt am Meer. Hierher verirrt sich kaum ein Tourist. Es gibt zwar nur eine sehr kleine Sandbucht dafür kann man aber über Leitern an der Felsenbucht ins Wasser gehen und im klaren Atlantik schwimmen.
Arico ist flächenmäßig eine der größten Gemeinden auf Teneriffa und liegt im Südosten der Insel. Die nur knapp 8000 Einwohner verteilen sich auf 21 Ortsteile die über das Gemeindegebiet verstreut sind. Der älteste Ortsteil ist Villa de Arico auf 500 Metern über dem Meer.
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